Schillerstraße, Rosenheim

Skulpturale Verdichtung in heterogenem Umfeld.

Die Schillerstraße in Rosenheim ist geprägt von einer ausgeprägt heterogenen Stadtstruktur: zeilenartige Großformen, kleinteilige Bebauung, offene Zwischenräume ohne klare räumliche Kanten. In diesem vielschichtigen Kontext entsteht ein Wohngebäude, das nicht versucht zu vermitteln – sondern bewusst eine eigenständige architektonische Haltung formuliert.

Competition

Ein skulpturaler Solitär für ein heterogenes Quartier

Das Grundstück bietet keine eindeutige Orientierung, keine dominante Adresse, keine klare Vorder- oder Rückseite. Jede Richtung ist gleichwertig, jede Perspektive eröffnet andere städtebauliche Bezüge.
Aus dieser Ausgangslage entsteht eine klare architektonische Konsequenz: ein kompakter Punktbau mit mittiger, innenliegender Erschließung, der in alle Richtungen gleichwertig wirkt.

Die Erschließung wird gezielt von der Straße aus in das Gebäude geführt und bildet das räumliche Zentrum. Von hier aus werden alle Wohnungen organisiert. Dieses innere Herz ermöglicht einen Baukörper, der skulptural differenziert auftritt und gleichzeitig hoch effizient bleibt.

Wohnen im Schutz, leben zur Landschaft

Der Grundriss folgt einer propellerartigen Logik. Vor- und Rücksprünge, auskragende und eingezogene Bauteile, Loggien und Dachterrassen rotieren im 90-Grad-Takt um den Kern.
So entsteht ein Baukörper, der mehrere Qualitäten vereint:

  • Kompaktheit normales A/V-Verhältnis als Grundlage für wirtschaftliches und energieeffizientes Bauen

  • Plastizität – präzise Einschnitte, klare Kanten und ein fein abgestuftes Relief

  • Differenzierung – Fassaden sind zu jeder Seite sehr ähnlich und erzählt eine eigene Geschichte

Das Gebäude wirkt wie ein plastisches Volumen, das aus der Heterogenität seiner Umgebung heraus modelliert ist – nicht als Anpassung, sondern als dialogisches Gegenüber.

Anstelle klassischer Balkone, die häufig exponiert und wenig geschützt sind, entwickelt das Gebäude eine differenzierte Sequenz privater Freiräume:

  • eingezogene Loggien mit hoher Intimität

  • zurückgesetzte Dachterrassen mit räumlicher Tiefe und Weitblick

  • abgestufte Terrassenlandschaften in den oberen Geschossen

So entstehen hochwertige Aufenthaltsräume im Außenraum, die Privatheit, Schutz und Großzügigkeit verbinden.

WOHNEN ALS PRÄZISE ORGANISIERTER STADTRAUM

Insgesamt entstehen 21 Wohnungen mit Größen zwischen ca. 45 und 150 m². Die kompakte Erschließung, klare Grundrisslogik und die differenzierten Freiräume schaffen ein zukunftsfähiges Wohnangebot.
Das Gebäude formuliert damit nicht nur Wohnraum, sondern ein präzise modelliertes Stück Stadt, das in einem heterogenen Quartier einen ruhigen und zugleich selbstbewussten Akzent setzt.

Ort:
ROSENHEIM

Status:
Competition

BGF:
2350m² oberirdisch

Planung:
seit 2025

Geplante Fertigstellung:
2027

PROJEKT-Status