Südlich des Landshuter Hauptbahnhofs entsteht ein Wohnquartier, das seine besondere Lage zwischen Bahntrasse, Bahnhofstraße und der Flutmulde der Isar nicht kaschiert, sondern konsequent in Architektur übersetzt. Ein Ort, der lange als Durchgangsraum von Mobilität und Infrastruktur geprägt war, wird neu geordnet und zu einem qualitätsvollen Wohnstandort transformiert.
Competition
Der Ort als Impulsgeber
Die unmittelbare Nähe zu den Bahngleisen prägt das Projekt in jeder planerischen Entscheidung. Lärm, Erschütterungen, Grundwasserverhältnisse und ökologische Anforderungen bilden die Ausgangslage für eine Architektur, die präzise reagiert: Schallschutzloggien, laubengangähnliche Erschließungen und eine konsequente Orientierung der Wohnungen zum Hof sichern Ruhe und Wohnqualität trotz Bahnhofsnähe.
Gleichzeitig erfordert der Standort eine sorgfältige Abstimmung mit Bebauungsplan, Naturschutzauflagen, Versickerungskonzepten und der bestehenden Stadtstruktur. Zwei Baukörper in L- und T-Form fassen einen klar definierten Innenhof – ein grünes Zentrum zwischen Stadt und Aue.
Wohnen im Schutz, leben zur Landschaft
Alle Wohnungen orientieren sich zu den ruhigen Fassaden und zum Hof. Die innere Erschließung liegt konsequent an den lärmbelasteten Seiten und dient gleichzeitig als akustischer Puffer und ordnende Schicht zwischen öffentlichem Raum und privatem Wohnen.
Die Loggien entwickeln sich als schützende, klimatisch wirksame Filterräume – Übergangszonen, die das Wohnen trotz Bahnnähe hell, ruhig und offen machen.
Die beiden Baukörper formulieren gemeinsam einen halb offenen Innenhof, der Aufenthaltsqualität, Orientierung und Gemeinschaft bietet. Spielpunkte, Grünstrukturen und klare Wege verbinden die Häuser miteinander.
Dieses Leuchtturmprojekt zeigt: Wohnbau an komplexen Orten kann qualitätsvoll, ruhig und gemeinschaftlich sein – wenn technische Präzision und räumliche Haltung zusammenfinden.
Robust geplant, zukunftsfähig gebaut
Retentionsdächer, Photovoltaik, effiziente Gebäudehüllen, durchdachte Erschließung und klimaresiliente Bepflanzung machen das Quartier dauerhaft belastbar. Die Herausforderung von Lärm, Grundwasser, Bestandsgrün und urbaner Verdichtung wird zu einem kohärenten architektonischen Konzept gefügt.
Ort:
Landshut
Status:
In Process
AUFTRAGGEBER:
bayernheim GMBH
Planung:
seit 2025
Geplante Fertigstellung:
Juni 2028
Nutzung:
Wohnquartier
Besonderheiten:
Nachhaltiger EOF-Wohnungsbau
BGF:
13.472 QM