Bayerisches Nationalmuseum – Ein wahrhaft königliches Ambiente

Im Rahmen der Generalsanierung des Westtraktes des Nationalmuseums hat das Staatliche Bauamt München I in den ehemaligen Ausstellungsräumen im Souterrain ein Restaurant eingebaut, das mit Küche und Nebenräumen zirka 500 m² umfasst.

Dieses neue Restaurant an der Prinzregentenstraße 3 in München hat im März 2011 erstmals seine Tore für das Publikum geöffnet.

Eine Hommage an zwei Könige

Als Brückner Architekten mit der Planung des neuen Restaurants in den historischen Gewölben des Museums beauftragt wurden, stand für sie gleich fest, dass die Einrichtung eine Hommage an zwei Könige werden sollte. Zum einen an König Maximilian II. von Bayern, den Gründer des Museums, zum anderen eine Hommage an König Gast, den Kultur schätzenden Besucher. König Maximilian II. liebte schöne Objekte in einem stimmigen Ambiente. Diese Liebe kommt im Museum in der stilistischen Übereinstimmung von Innenarchitektur und ausgestellten Objekten zum Ausdruck. Eine solche Kohärenz ist auch typisch für die Architekturprojekte von Brückner Architekten, die immer identitätsstiftend sind, und dies wird auch im neuen Museumsrestaurant manifest. Schöne Materialien, die würdig altern, zum Beispiel geöltes Eichenparkett, gute Proportionen, stimmige Farben und Texturen und dito Licht schaffen eine Atmosphäre, in der der Gast sich als König fühlt und das Personal gerne motiviert Dienst leistet.

Die Rotunde bietet den Gästen ein gemütliches Ambiente © Lubica Fahr

Eine Schatzkammer als gestalterisches Grundelement

Das gestalterische Grundelement der Räume ist eine Schatzkammer. Auch hier spielt das Licht eine wesentliche Rolle, denn die Halogenlichter sind so ausgerichtet, dass sie Gläser, Keramik, Besteck und Porzellan effektvoll beleuchten. Sie visualisieren die Brillanz der Objekte und holen deren Wertigkeit in den Vordergrund. Herzstück des Restaurants aber ist eine fünf Meter lange Eichentafel, geschnitzt aus einem Baum. Die Tafel ist eine Referenz an den Hof und bietet Platz für 14 Personen. Die hohen Stühle erinnern an den Vorläufer des Stuhls, den Thron. Die Tische laden ein zum Tafeln und zum Dialog.

Die fünf Meter lange Eichentafel bildet das Herzstück des Restaurants © Lubica Fahr

Außergewöhnliche Außenanlagen

Die abgehängten Decken und die textil verkleideten und mit Filzdekoration effektvoll bestückten Wandpaneele sorgen für eine perfekte Akustik. Ein besonderes Highlight des Restaurants stellt die große Südterrasse am Fuße des schlossartigen Westtrakts dar, die inmitten der neu gestalteten Gartenanlage des Museums liegt. In lauen Sommernächten können die Gäste bis spät in die Nacht den Blick auf den illuminierten Brunnenhof und die Museumsfassade genießen.

Blick auf die Terrasse © Lubica Fahr

Projektdaten

Restaurant im Bayerischen Nationalmuseum

Projektleiter: Susanne Brückner, Mona Böttcher

Größe: 500 m² BGF

Bauzeit : Juni 2009 – März 2011

Susanne Brückner

Susanne Brückner ist Partnerin bei Brückner Architekten und baute eine eigene Innenarchitekturabteilung auf.